„Das Bezirksamt hat heute dem Projekt autofreies Helmholtzquartier den Stecker gezogen“ twitterte Bürgermeister Matthias Köhne heute am frühen Mittag aus der zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Artikels noch laufenden Tagung des Bezirksamtes und verkündete damit das Einstampfen eines von Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner am Sonntag via „Tagespiegel angekündigten Projektes.
Zweieinhalb Tage lang war der Kiez in heller Aufregung ob der Ankündigung von Kirchner, im kommenden Jahr einen Teil Prenzlauer Bergs im Rahmen eines „Eco-Mobility Festivals“ für vier Wochen autofrei zu halten. Gewusst hatte bis dahin niemand etwas davon, erst heute wollte Stadtrat Kirchner die sein Vorhaben dem BBVV-Verkehrsausschuss vorstellen.
Auch Bezirksbürgermeister Köhne wurde offenbar am Wochenende von Kirchners Plänen überrascht und twitterte am Sonntag „liest den #tagesspiegel Aufmacher und fragt sich, ob schon wieder 1. April ist und lehnt Zwangsbeglückung für das Helmholtzplatz-Quartier ab.“
So, wie Köhne sahen es Bezirkspolitiker aus allen Parteien – von CDU bis Linkspartei hagelte es Kritik.
Nach fast drei Tagen hat sich die Sache nun erledigt – aber immerhin: Jens-Holger Kirchner war mal wieder in allen Medien präsent.
Weitere Artikel zum Thema:






Sören Benn via Facebook
Mai 06. 2014
„aber immerhin: Jens-Holger Kirchner war mal wieder in allen Medien präsent. “ Und darum ging es wohl auch. Denn um der Sache willen hätte er es anders angehen müssen und klug genug,das zu wissen, ist er auch.
Brian Currid via Facebook
Mai 06. 2014
Sehr schwach von den Linken in Pankow mal wieder: als Parteimitglied muss ich sagen, ihr macht’s einen schwer. Warum den Vorstoss nicht kritisch begleiten, oder sogar nach mehr fordern? So geht eine rot-rot-grüne Zukunft nicht. Und Sören Benn: dass Herr Kirchner in allen Medien präsent war, zeigt eher, dass er einen guten Sinn für Öffentlichkeitsarbeit hat. Was gerade die Linke bei seiner überzogenen Kritik an seinen Vorstoß nicht so richtig bewiesen hat.
Sören Benn via Facebook
Mai 06. 2014
@Brian: Es gibt, soweit ich sehe, keinen Dissens in der Frage, daß weniger Autoverkehr und weniger CO² förderungswürdig sind. Die Pankower LINKE war z.B. die erste Partei, die geeignete Quartiere für ein Shared Space Projekt angeregt hatte. Es geht um die Frage, wie das am Effektivsten befördert wird. In Suwon gab es 2 Jahre Vorlaufzeit und eine einmalig intensvie Einbeziehung der betroffenen Wohnbevölkerung mit nachhaltigen infrastrukturellen Wirkungen weit über das temporäre Projket hinaus, 240 Beamte gingen bspw. von Tür zu Tür um den Anwohner*innen das Projekt vorzustellen und es gelang nach vielen Widerständen und Debatten 1/4 der Anwohner*innen für das Projekt zu aktivieren, die zu einem wichtigen Faktior in der Vorbereitung des Festivals wurden. Wenn du dich näher damit befassen wolltest, kämmst du vielleicht nicht zum gleichen Schluss wie wir, aber mglw. wäe dir unsere Haltung dann doch etwas verständlicher.
Verrückt
Mai 06. 2014
Scheinbar gibt es in Pankow und in diesem Bezirksamt keine anderen Probleme, als immer nur Menschen vorzuschreiben wie Sie zu leben haben.
In was für einem Wohlstand leben wir, dass wir uns mit solchem Unsinn auseinandersetzen? Die Zeit sollte für nützlichere Dinge verwendet werden. Probleme derer gibt es doch wohl genug.
Brian Currid via Facebook
Mai 06. 2014
@Sören: erstens, denke ich, gerade in Prenzlauer Berg wäre 1 Jahr Vorlauf absolut ausreichend für eine Vorplanungszeit, bzw. hätte man das natürlich diskutieren können. Ich sehe bei der Pankower Linke in dieser Frage keine durchdachte Position, sondern eine Angst vor autofahrenden Genossen im Bezirk, und so geht fortschrittliche Politik nun wirklich nicht. Und vor allem nicht arm in arm mit der CDU. So hämisch über einen durchaus interessanten und öffentlichkeitswirksamen Projekt herzufallen, ist wirklich nicht produktiv.