Rechtsextreme wollen gegen Flüchtlinge stänkern

storkower

 

Unter der irreführenden Bezeichnung „Bürgerversammlung“ plant die rechtsextreme Gruppierung „Pro Deutschland“ für heute (Freitag) eine Veranstaltung gegen die Flüchtlingsunterkunft in der Storkower Straße.
Unter dem selben Label hatte „pro Deutschland“ bereits im Februar gegen die Unterkunft in Buch Stimmung machen wollen.

Allerdings erschienen damals nicht nur Anwohner, die wegen der mit dem Pankower Bezirkswappen versehenen Ankündigung tatsächliche eine Bürgerinformationsveranstaltung vermuteten, sondern auch eine Handvoll Pankower NPDler, die um ihre Monopolstellung in Sachen Rassismus und Menschenfeindlichkeit fürchteten. Massive Störungen der Pro-Deutschland-Versammlung durch den Nazitrupp um den Pankower NPD-Chef Christian Schmidt führten schließlich zum Abbruch der Veranstaltung.

Tatsächlich lehnt sich die fremdenfeindliche Propaganda von „Pro Deutschland“ eng jene der NPD an. Während die Nazipartei mit Slogans wie „Einmal Deutschland und zurück“ und „Guten Heimflug“ hetzt, heißt es bei Pro Deutschland „Asylbetrug bedeutet Heimatflug“.

 

Konkurrenz um den rechtesten Platz

Die Rivalität zwischen den Pankower Ablegern von „Pro Deutschland“ und der NPD ist nicht neu und trägt zuweilen auch skurrile Züge.

So veröffentlichten die NPD vor einiger Zeit ein Video, in dem Pankows Obernazi Christian Schmidt die vermeintliche Abwerbung eines (eines!) NPD-Mitgliedes durch den als Pankower „Pro-Deutschland“-Kreisvorsitzenden firmierenden Bento Motopa geißelte. Das offenbar heimlich aufgezeichnete Gespräch zwischen Schmidt und Motopa, das an den Streit zweier Buddelkastenkinder erinnerte (ey, das ist mein Freund und nicht deiner), darf als Beleg für die existenzielle Personalnot in der rechtsextremen Szene in Pankow gelten.

Über den „normalen“ Konkurrenzkampf hinaus scheinen seitens der NPD auch auch rassistische Motive eine Rolle zu spielen. So ätzte ein dem Stil nach Schmidt zuzurechnendes Facebook-Posting der NPD über den „schwarzen Möchtegern-Politiker“, der „selbst Angst hätte wieder seine Koffer dann packen zu müssen“ (Ortografie-, Syntax- und Grammatikfehler wie im Original). Motopa ist der Sohn eines angolanischen Vaters und einer deutschen Mutter.

 

Für die Kundgebung am Samstag hat „Pro Deutschland“ 50 Teilnehmer angemeldet, was auch dann noch arg übertreiben erscheint, wenn wie erhofft Anhänger aus Lichtenberg daran teilnehmen sollten.

Das antirassistische Netzwerk „Moskito hat für Sonnabend um 15 Uhr zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Treffpunkt ist Kreuzung Storkower Straße/ Ecke Landsberger Allee.

 



No comments.

Kommentar schreiben

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie dem zu. Danke!

Datenschutzerklärung
Social Media Auto Publish Powered By : XYZScripts.com