„“Wir sind die ersten”, verkündete Bezirksstadtrat am Dienstag Torsten Kühne stolz vor Pankower Bezirksverordneten, “die ersten, die in Deutschland das neue Verkehrszeichen aufstellen.”
Das von Kühne gemeinte Schild zeigt anstelle des Parkverbots-
zeichens ein weißes “P” auf blauem Grund, das ebenso wie sein Vorgänger mit dem so schön vieldeutigen Wörtchen “Zone” unterschrieben ist. (siehe Foto unten)
Rund vierhundert Schilder sind bestellt worden – und die werden nach Angeben des Bezirksstadtrates auch rechtzeitig ausgeliefert.
Ebenfalls plantreu arbeitet nach Kühnes Worten die Firma Siemens bei der Herstellung der Parkscheinautomaten – ein Desaster wie bei der Einführung des bezahlten Autoabstellens in Prenzlauer Berg im Jahr 2010 scheint damit also weitgehend ausgeschlossen zu sein.
Nicht so glatt läuft es bei den “Mobilen Erfassungsgeräten”. Die Tests, die die Senatsverwaltung an den neuen Geräten vornahm, waren später als geplant angelaufen – und wurden wegen erheblicher Mängel der elektronischen Knöllchen-
speicher nun erst einmal ausgesetzt.
Hosenlos
Um die Zeit bis zur verspäteten Einführung der High-Tech-Apparate zu überbrücken, ist der Bezirk nun auf der Suche nach gebrauchten Teilen älteren Herstellungsdatums. Sollte die nicht aufzureiben sein, werden die neuen Parkraumüberwacher die ersten Wochen und Monate ihren Dienst mit Quittungsblock und Kugelschreiber versehen.
Ganz schlimm sieht es bei den Hosen aus.
Da die Herstellung der Uniformen nicht als Ganzes ausge-
schrieben wurde, sondern jedes Kleidungsteil für sich, kommte nun zu unterschiedlichen Auslieferungszeiten. So werden die Jacken wohl rechtzeitig bis zur Erweiterung der Parkraumbewirtschaftung verfügbar sein – bei Blusen und Hosen hingegen zeichnen größere Verzögerungen ab.
Zwar hat der Bezirk noch ein eng begrenztes Kontingent an Beinkleidern vorrätig – allerdings in Konfektionsgrößen, die nicht zu den neugewon-
nenen Mitarbeitern passen.
Da es bezüglich der Kleidungsfrage in anderen Bezirksverwaltungen nicht besser aussieht, hat sich laut Stadtrat Torsten Kühne berlinweit eine ämterübergreifende informelle Tauschbörse etabliert: Biete eine Hosen Größe 56, suche vier Blusen in den Größen 42 und 44.
Sollte auf diese Weise keine passende Erstausstattung für alle zusammenkommen, werde man eine Änderungsschneiderei bemühen müssen…
Deutsche Post statt PIN
In den kommenden Tagen wird mit dem Verschicken der Antragsunter-
lagen für die Anwohnervignetten begonnen. Rund 38.000 Haushalte werden nach Angaben von Torsten Kühne angeschrieben werden – dazu kommen noch einmal 6.000 Gewerbetreibende.
Obwohl das Land Berlin in einem Vertragsverhältnis mit der PIN AG

Die Parkraumbeirtschaftung beginnt am 2. April – die Fundamente werden aber erst Mitte April vollzählig sein…
steht, habe sich das Bezirksamt dazu entschlossen, die Briefflut mit der Deutschen Post zu versenden.
Der Grund: Bei der PIN sei erfahrungsgemäß der Anteil der „Rückläufer“ bedeutend höher, als bei dem ehemaligen Bundesunternehmen. Das würde den sowieso schon hohen Arbeitsaufwand für den Bezirk zwangläufig weiter steigern.
Für die Zeit der „heißen Phase“ der Bearbeitung der Anträge – voraussichtlich von Anfang März bis Mitte April – wird das Bürgeramt Prenzlauer Berg nur angemeldete Bürger bedienen können.
Aus witterungstechnischen Gründen wird mit dem Gießen der Fundamente für die Parkscheinautomaten erst Anfang März begonnen. Mitte April soll dann die letzte Säule aufgestellt sein.
Dennoch, so versicherte Bezirksstadtrat Torsten Kühne, werde pünktlich am 2. April die Erweiterung der Parkzonen vollzogen sein.
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