Bezirksamt: Kein Wohnungsbau auf Kleingartengelände

LaubeDas Bezirksamt Pankow lehnt Wohnungsbau auf dem Gelände von Kleingartenanlagen ab. Das teilte Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner dem BVV-Ausschuss für Stadtent-
wicklung und Grünanlagen mit.

Mit dieser Aussage stellt sich der Bezirk gegen die Vor-
stellung von Stadtentwicklungssenator Michael Müller, der im Dezember erklärt hatte, dass für den Wohnungsneubau auch die Umwandlung von Kleingärten und Grünanlagen in Bauland kein Tabu sein darf. Senator Müllers Vorstoß hatte zu massiven Protesten der Berliner Kleingärtner und ihrer Verbände geführt.

Im gegenwärtigen Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen

kga01der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz sind dreizehn Pankower Kleingartenanlagen ganz oder teilweise als „Potenzialflächen“ für den Wohnungs-
bau ausgewiesen. (siehe Kasten rechts)

In Gesprächen mit den Bezirken will die Senatsverwaltung nun den StEP Wohnen den aktuellen Gegebenheiten anpassen.

Bekanntlich will der Senat zur Entspannung der Lage auf dem Wohnungsmarkt den Neubau ankurbeln – die 6.000 Wohnungen, die nach den Vorstellungen des Senats jährlich in Berlin entstehen sollen, hatte Senator Michael Müller als einen „Mindestanspruch“ bezeichnet. Seiner Meinung nach habe Berlin das Potenzial für 90.000 Wohnnungen.
 

Bezirk sieht bedeutend weniger Potenzial als der Senat

Doch die Meinungen über Ort und Größe der möglichen Bebauungsflächen gehen bei den Bezirken auf der einen und dem Senat auf der anderen Seite noch weit auseinander. Und Pankow mach da keine Ausnahme.

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So sehen die Planungen des Landes zum Beispiel größere Bebauungsflächen im nordöstlichen Bereich des Ortsteils Blankenburg, im westlichen Teil von Französisch-Buchholz und im Süden von Blankenfelde vor (siehe Karte links). Der Bezirk hingegen hält diese Flächen nicht für geeignet. Auch die Bebauung eines Areals östlich des Ortskerns von Buch wird von der Bezirksverwaltung abgelehnt.

Stattdessen schlägt das Bezirksamt andere Grundstücke zur Bebauung vor, allerdigs mit bedeutend geringerer Fläche. Darüber hinaus will das Bezirksamt untersuchen, inwieweit sogenannte Erholungsanlagen – das sind ehemalige Kleingartenanlagen, die nicht mehr den Vorgaben des Bundeskleingartengesetz entsprechen – als Potenzialflächen

anlagen für den Wohnungsbau zur Verfügung stehen.
Dennoch differieren die Zahlen der möglichen Neubauten zwischen beiden Verwaltungen beträchtlich. Während die Senatsverwaltung von einem Potenzial bis zu 18.000 Wohnungen ausgeht, hält der Bezirks derzeit lediglich einen Neubau von 7.850 Wohneinheiten für möglich.

Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner wies vor dem Ausschuss aber drauf hin, dass die Verhandlungen mit dem Senat über den neuen Stadtentwicklungsplan Wohnen noch ganz am Anfang stehen. Seiner Ansicht nach werde das Planwerk erst zum Jahresende seine endgültige Form gefunden haben.

 

 



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