Versatel: Schaden ist behoben – Kommunikation bleibt gestört

Seit heute (Dienstag) 8.45 Uhr funktionieren alle Versatel-Dienste wieder einwandfrei. Das teilte die Pressestelle des Telekommunikations-Dienstleisters der Prenzlberger Stimme mit. Am gestrigen Montag war es zu einer durch einen in Berlin Kurzschluss hervorgerufenen „Großraumstörung“(Versatel) sowohl im DSL-, als auch im Telefonnetz von Versatel gekommen, die allerdings nicht auf den Berliner Raum beschränkt blieb. Wie eine Unternehmenssprecherin einräumte, waren auch Anschlüsse in Chemnitz betroffen, „weil von dem betroffenen Knoten auch eine Leitung nach Chemnitz führt.“

Wieviel Anschlüsse von der Havarie betroffen waren, bleibt indes weiter unklar. Das Unternehmen sah sich nicht in der Lage, entsprechende Angaben zu machen. Angesichts der Kundendichte im Berliner Raum ist aber mindestens von einer fünfstelligen Anzahl von Betroffenen auszugehen.
Umso unverständlicher ist daher die praktisch nicht stattgefundene Kommunikation der Störung.
Wie Versatel der Prenzlberger Stimme mitteilte, seien die betroffnen Kunden per -mail über den Ausfall informiert worden. Fakt ist: Der Betreiber dieses Webportals wurde von einer solchen Mail nicht erreicht – auch andere von der Prenzlberger Stimme befragten Berliner Versatel-Kunden fanden in ihrem Mail-Account keine entsprechende Nachricht vor.

Screenshot Versatel-Pressemitteilungen vom 7. Juni, 14 Uhr: Noch immer keine Meldung über die ''Großraumstörung''

Auf der Website des Unternehmens wurde darüber erst informiert, nachdem die Prenzlberger Stimme eine entsprechende Anfrage gestellt hatte. Die dann online gestellte Störungsnachricht wurde allerdings im Kunden-Loginbereich „versteckt“ und war daher für Suchma-
schinen nicht auffindbar. Die erste allgemein auffindbare Meldung bezüglich der Havarie wurde – drei Stunden nach dem Blackout – von der Prenzlberger Stimme generiert, eine Stunde später zog Golem.de nach. Das war’s dann aber auch. Und auf der Seite für „Pressemitteilungen“ der Firma Versatel ist bis zur Stunde (14 Uhr) noch immer kein Sterbenswörtchen
über die „Großraumstörung“ zu finden.

Fazit: Der technische Schaden ist behoben – die Kommunikation des Unternehmens mit seinen Kunden aber bleibt weiterhin gestört.

 

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Versatel: Wieder mal: Großraumstörung bei Versatel

“Großraumstörung” bei Versatel – Zehntausende ohne Internet?

 

 



Kommentar zu “Versatel: Schaden ist behoben – Kommunikation bleibt gestört”

  1. Martin

    Juni 09. 2011

    Volle Zustimmung, die Kommunikation von Versatel war wirklich eine Katastrophe. Wir, Betreiber eines Online-Reisebüros, erhielten keinerlei Informationen von Versatel. Keine E-Mail, keine nachträgliche Entschuldigung mit einer Erklärung, woran es denn gelegen hat. Bei meinem ersten Versuch, die Versatel-Störungshotline anzurufen, flog ich nach fünfzehn Minuten Wartezeit einfach aus der Leitung. Danach ging telefonisch bei Versatel eine halbe Stunde lang gar nichts mehr (nur noch Besetztzeichen), bis ich schließlich wieder durchkam und nach vierzig Minuten in der Warteschlange die Auskunft erhielt, es sei ein zentraler Server defekt, der derzeit von den Technikern ausgetauscht werde. Wie lange das dauern würde, könne man leider nicht sagen. Das klang für mich irgendwie reichlich absurd. Ein einzelner Server hat eine derart zentrale Funktion bei der DSL-Versorgung, und dennoch gibt es kein startbereites Ersatzsystem, auf das im Notfall umgeschaltet wird? Vollkommen undenkbar. Statt die Kunden ewig in der Warteschlange sitzen zu lassen, hätte man auch eine Bandansage mit entsprechenden Informationen schalten können (immerhin ist Versatel ein Telekommunikationsunternehmen, da sollte so etwas auch kurzfristig machbar sein). Die Informationen zur Störung auf der Homepage im passwortgeschützten Kundenbereich zu verstecken, ist auch originell. Ich hatte übers Smartphone verzweifelt nach Informationen gesucht und nichts gefunden. Fazit: Da wir mit unserem Büro demnächst umziehen, müssen wir eh einen neuen DSL-Vertrag schließen. Ob unser Partner noch einmal Versatel wird, wage ich zu bezweifeln. Ausfälle kommen bei jedem Anbieter mal vor, das lässt sich nicht vollständig verhindern. Aber die Kommunikationspolitik von Versatel ist einfach nur dilettantisch.

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