Voraussichtlich ab April 2012 wird die Malmöer Straße zur Großbaustelle. Dann sollen dort nach Planungen der Berliner Wasserbetriebe die „Mischkanäle“ genannten Abwasserrohre erneuert werden (siehe download am Ende des Textes). Die derzeit im Boden liegenden Leitungen sind 120 Jahre alt und nach Darstellung der Wasserbetriebe völlig marode.
Mit der Erneuerung der Mischwasserkanäle wird zugleich auch deren Querschnitt von derzeit 360 Millimeter auf 600 Millimeter erweitert. Begründet wird dies unter anderem mit einer erhöhten Niederschlagserwartung in den kommenden Jahrzehnten auf Grund des sich abzeichnenden Klimawandels.
Rund 60 Prozent des durch die Kanäle fließenden Wassers rührt von Niederschlägen her. Erneuert werden die Misch-
wasserkanäle in offener Bauweise. Um die Belastungen für den Anwohnerverkehr so gering wie möglich zu halten, soll – beginnend von der Schivelbeiner Straße – in Abschnitten vorgegangen werden. Die Arbeiten sollen ein Jahr andauern und im April 2013 beendet sein.
Da die Erneuerung der Abwasserleitungen wegen der Vergrößerungs ihres Querschnittes nach den Worten von Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner zugleich auch eine „Verbesserung“ darstelle, müssten sich die die Anlieger an den Kosten der Erneuerung beteiligen. Von den veran-
schlagten 3 Millionen Euro Gesamtkosten, seien rund 280.000 Euro „umlagefähig“.
Betroffen sind 27 Grundstücke mit 183 Eigentümer und Teileigentümern.
Ein Vorschlag des Tiefbauamtes, abweichend von den sonst üblichen Regularien auf eine Anwohnerversammlung im Vorfeld der Baumaßnahme zu verzichten, wurde vom BVV-Auschuss für öffentliche Ordnung, Verkehr und Verbraucherschutz abgelehnt.
Somit wird, nachdem die Bezirksverordnetenversammlung über die geplante Baumaßnahme befunden hat, neben den anderen Instrumentarien der Anwohnerbeteiligung auch eine Informationsveranstaltung für die Anwohner der betroffenen Grundstücke durchgeführt werden.
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Achim
Jan. 28. 2011
Mischwasserkanalisation heißt, dass bei (den prognostiziert zunehmenden) Starkregenereignissen das Wasser vom Straßenland mit Schadstoffen und organischem Material ungeklärt in Flüsse und Kanäle eingeleitet wird. Deswegen muss im Zuge der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie mit ihrer Auflage, auch bei künstlichen Wasserstraßen das „gute ökologische Potential“ herzustellen, die Rückhaltekapazität dieses noch auf Hobrecht zurückgehenden Kanalisationssystems erhöht werden.
Andernorts wird dies allerdings durch eine Erhöhung der Überlaufschwelle innerhalb der Abwasserrohre erreicht und nicht durch eine Vergrößerung ihres Querschnitts -, aber da bspw. auch die Auslaufbauwerke in den Kanälen wegen des höheren Drucks der ausströmenden Abwässer erweitert werden müssen, um eine Beeinträchtigung der Schifffahrt zu vermeiden, werden etwa auch am Landwehrkanal Bäume fallen, wie hier beschrieben. (Bitte auch die Links gleich im 1. Satz beachten.)
Einen Vortrag zum Mischsystem, gehalten von BWB-Mitarbeiter Kai Joswig im Mediationsverfahren „Zukunft Landwehrkanal“, gibt’s hier.