Weniger Durchgangsverkehr im Helmholtzplatz-Kiez – das ist das Ziel der Bürgerinitiative „Verkehrs AG“ von Bewohnern der Genossenschaft Bremer Höhe in Prenzlauer Berg.
„Viele Autofahrer nutzen die Raumer- und Gneiststraße als Abkürzung zwischen Prenzlauer und Schönhauser Allee“, sagt Patrizia Flores Initiatorin der Verkehrs AG. „Dadurch entsteht in den eher kleinen Straßen hier im Kiez ein sehr hohes Verkehrsaufkommen von etwa 200 Autos pro Stunde, wobei Radfahrer auf die schmalen Gehwege verdrängt werden.“ Die Folge sind Konflikte mit Fußgängern und den zahlreichen Cafés in der Raumerstraße, die Tische und Stühle draußen stehen haben.
Außerdem rasen insbesondere nachts Autos mit hoher Geschwindigkeit durch die Wohnstraßen. Am stärksten betroffen ist die kleine Gneiststraße. Auch tagsüber fahren viele PKW zu schnell, was die Verkehrs AG auch mit Geschwindigkeitsmessungen per Laserpistole belegt hat. Um die 40 kmh war die durchschnittliche Geschwindigkeit – deutlich mehr als die erlaubten 30 kmh. „Das ist gerade für Kinder gefährlich, die zu den Schulen oder zum Spielplatz auf dem Helmholtzplatz unterwegs sind“, sagt Jörg Isenhardt von der Verkehrs AG. Der ständige Verkehrslärm von um die 80 Dezibel gefährde außerdem die Gesundheit der Anwohner, so die Verkehrs AG.
Für viele Anwohner ist schon lange klar: im Kiez muss weniger und langsamer gefahren werden. Eine mögliche Lösung sieht die Verkehrs AG darin, dass Raumer- und Gneiststraße zur Fahrradstraße werden könnten und damit eine Verbindung zwischen Schönhauser und Prenzlauer Allee bieten. Aber auch andere Maßnahmen, die den Verkehr verlangsamen, wären denkbar, wie etwa Tempo 10 oder sogenannte Berliner Kissen auf der Straße, die Autos zwingen, langsamer zu fahren.
Um auf die schwierige Verkehrssituation im Helmholtzplatz-Kiez aufmerksam zu machen, veranstaltet die Verkehrs AG am 4. Juni von 14 bis 22 Uhr ein Straßenfest in der Gneiststraße, zu dem alle Anwohner und Kiezbesucher eingeladen sind. Dort werden auch die Ergebnisse der Lärm- und Geschwindigkeitsmessungen vorgestellt. Auf der Gneiststraße, wo sonst pausenlos Autos und LKW durchrollen, soll an diesem Tag gespielt, Musik gemacht und getanzt werden.

Gneiststraßenfest, Sonnabend 4. Juni 14 bis 22 Uhr
Flohmarkt, Kinderspiele, Straßenküche, Getränke, Kaffee und Kuchen
Andreas Otto (Die Grünen) stellt Raser mit der Laser-Pistole
Ab 16 Uhr Live-Musik:
Kubanische Klänge mit Los Tamalitos
Psychedelic Beat mit The Act
Rock mit Room2L8
Sippy Bumper, Singer-Songwriter (ex-supertrioformat)
Ab 20 Uhr Jazz/Rock zum Tanzen





Sven Rude via Facebook
Mai 18. 2016
es mag sein, dass diese Straßen auch als Ausweichstraßen genutzt werden, wenn die Danziger überlastet ist. Aber was ist denn so schlimm daran? Es ist doch ok, wenn der Verkehr sich verteilt und rollt. Es ist doch ziemlich egoistisch zu sagen: vor meiner Tür möchte ich keinen Verkehr haben, sollen sich doch andere mit dem Stau rumärgern… Liebe Leute, Straßen sind zum fahren da, ihr lebt in einer Großstadt! Und wem das nicht passt, der möge doch auf´s Land ziehen!
Stephano Di Colonia via Facebook
Mai 18. 2016
Galina Green via Facebook
Mai 19. 2016
Seufz. Klar. Es geht nicht um Ego, sondern um besseres Zusammenleben. Auch Autofahrer haben Lungen und Ohren und Kinder und laufen manchmal.